1. Januar 2010 – Neujahr – Hochfest Mariens, der Gottesgebärerin
Liebe Brüder und Schwestern des Marienforums, liebe Freunde im Herrn, liebe Gäste,
Vor einer Woche haben wir das wunderbare Weihnachtsfest gefeiert, das nennt man Oktavtag. Wir erinnern uns nochmals an das Geschehen der Heiligen Nacht und lesen das heutige Evangelium nach Lukas Kapitel 2, Vers 16-21.
Der Geburtstag eines Kindes ist immer auch ein Festtag für die Mutter. Sie hat das Kind angenommen von Gott, wurde mit dem Kind beschenkt, sie hat in ihrem Leib dem Kind das erste Bett, in Nest gegeben. So kommt es, dass der es behütet ist seit der ersten Sekunde seines kleinen kostbaren Lebens.
Viele Menschen, liebe Brüder und Schwestern, kennen uns von außen, sie beobachten uns und machen sich aus unserem Verhalten ein Bild: Er oder sie ist lebhaft, empfindlich, still, verschlossen, reizbar, dickköpfig, zänkisch, gierig, freundlich, ängstlich, eifersüchtig, verdreht, unruhig, verhalten, aufgeschlossen und was es sonst noch alles für Eigenschaften gibt. So ist das bei uns Menschen. Jesus sagt darüber: „Den Splitter im Auge deines Bruders siehst du, den Balken in deinem Auge nicht!“
Aber es ist gut, wenn wir unsere Anlagen und Eigenschaften beobachten, kennenlernen und auch beherrschen lernen. Dafür haben wir jetzt ein ganzes neues Jahr Zeit.
Menschen, liebe Brüder und Schwestern, die uns nur von außen kennen, beurteilen uns oft falsch und wir müssen ihnen manchmal sagen: Du kennst mich überhaupt nicht richtig. Du weißt gar nicht, wie es innen in mir aussieht, wie ich kämpfe gegen meinen Jähzorn; wie ich mich bemühe, ruhig zu sitzen. Schlimm wird es, wenn die Leute anfangen auch noch über mich und dich zu reden und alle meine Fehler und Dummheiten verbreiten, so dass die Nachbarn, die Leute und alle schlecht über mich denken müssen.
Wer kennt uns denn schon von innen? Die Mutter. Und Maria hat ihr Kind ganz besonders auch von innen her gekannt, denn ihr wurde es vom Engel bei der Verkündigung schon ganz genau erklärt: Er ist der Sohn des allerhöchsten Gottes, des himmlischen Vaters, er ist heilig und trägt die Liebe Gottes in sich. So hat Maria denn mit diesem Kinde die unendliche, ja, unaufhörliche Liebe Gottes in ihr Herz geschlossen. Sie wusste, je näher ich selbst in meinem Glauben mit Gott verbunden bin, desto besser bin ich auch hier auf der Erde mit meinem Kind verbunden. Je tiefer meine Seele eintaucht in das unendliche Geheimnis Gottes, desto inniger bin ich auch mit Jesus, meinem Kinde, vertraut. Je tiefer meine Seele eintaucht in das unendliche Geheimnis Gottes, desto inniger bin ich auch mit Jesus, meinem Kinde, vertraut. Darum diskutiert sie auch nicht mit den Hirten: hat der Junge nun blonde oder schwarze Haare, blaue oder braune Augen, ist der Mund zu breit und die Nase zu lang, hat er Ähnlichkeit mit mir? Nein, liebe Brüder und Schwestern, was äußerlich an dem Kind ist, ist unwichtig, was er innerlich hat, das nimmt sie auf und darum hört sie von den Hirten, was Gott ihnen über das Kind verkündete. Das ist für sie wichtig und das bewahrt sie im Herzen mit den anderen Worten, die sie schon vom Engel und bei Elisabeth von Gott her über dieses Kind vernommen hat.
Liebe Brüder und Schwestern, Menschen aus Gott her kennenlernen, das ist wichtig. Wichtig vor allem für junge Menschen, die heiraten wollen. Kinder fragen sehr oft die Eltern: Wo habt ihr euch kennengelernt? In der Schule? In der Disko? Auf der Arbeit? Vater und Mutter antworten dann richtig: Da haben wir uns getroffen, ja; aber kennengelernt haben wir uns, als wir beteten und zusammen zur Kirche gingen, als Gott mir sagte, diesen Jungen/dieses Mädchen habe ich für dich bestimmt. Kennengelernt haben wir uns aus dem Glauben. Bemühen wir uns, liebe Brüder und Schwestern, so einander kennenzulernen von innen, aus Gott heraus.
Ich wünsche euch allen ein gesegnetes und gnadenreiches Neue Jahr 2010.
Euer +++
sacra patrem



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