Hallo,

was mich mal interessieren würde: Wie sehen eurer Meinung nach die Abgrenzungskriterien aus, wer in den Schoß Abrahams kommt, wer in eine Vorhölle kommt und wer als sogenannte „arme Seele“ ins Fegfeuer kommt?

Ich habe mir mal ein paar Gednaken darüber gemacht. In den Himmel und die Hölle kann ja niemand kommen, solange Jesus nicht wieder zurückgekehrt ist am Tag des jüngsten Gerichts. Deswegen setzte ich jetz erstmla den Schoß Abrahams voraus, der ja eine Art „Wartesaal“ bzw. „zwischenlager“ bis zum Tag des hüngsten Gerichts ist, in dem sich auch Lazarus befand. Dass es umgekerht auch eine Art „Vorhölle“ geben muss (die aber nicht mit dem Fegefeuer identisch ist, weil in der Vorhölle eher Qual stattfindet als Katharsis/ Läuterung), ergibt sich ja aus dem Schicksal, dass in gerade dieser Geschichte von Lazarus für den Reichen beschrieben wird (Lk. 16, 13ff.)

Die nachfolgende Rekonstruktion der Bedingungen, unter denen eine Seele ins Fegefeuer kommt, beziehe ich ausschließlich nur auf Seelen von Menschen, die keine wiedergeborenen Christen sind bzw. Jesus nicht angenommen haben... denn wenn sie wiedergeborene Christen wären, würden ihnen durch die Annahme des Opfertodes die Sündenfreiheit Jesu angerechnet werden und sie würden die Reinheitskriterien für den Himmel erfüllen (aber trotzdem erstmal im Schoß Abrahams zwischengelasgert werden), obwohl sie natürlich auf Erden gesündigt haben... und sie würden – weil sie schon auf Erden neue Schöpfung geworden sind – gar nicht erst so krasse Sünden begehen, mit denen sie ihren Leib so stark besudeln, dass er nicht bei seiner Auferstehung als Glied in den Leib Christi eingegliedert werden kann. Für die nachfolgende Rekonstruktion der Bedingungen, unter denen eine Seele inde schoß Abrahams, ins Fegefeuer und in die Vorhölle kommt, sind also nur die Seelen interessant, die auf Erden keine Wiedergeburt in Jesus erfahren habe. Ausschließlich um diese Seelen geht es in der nachfolgenden Herleitung.

Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass die Allmacht Gottes ausreicht, um auch die Seelen, die sich mit freiem Willen gegen ihn entschieden haben, noch zu bekehren... aber nicht durch Einschränkung dieses freien Willens, sondern durch Aufklärung und Läuterung, über welche sie zur Selbsteinsicht gelangen und ihren Willen von sich aus freiwllig ändern. Man denke nur daran, dass Jesus in den 3 Tagen, in denen er tot war, in den Schoß Abrahams hinabgestiegen ist und dort denjenigen das Evangelium verkündete, die vor seiner Zeit lebten, wodurch auch letztere eine faire Chance hatten, gerettet zu werden. Warum soll das heutzutage mit denjenigen, die Jesus auf Erden nicht erkannten, im Jenseits nicht genau so ablaufen? Wenn Menschen sich auf Erden moralisch anständig verhielten - nicht aus Stolz und Eitelkeit heraus, sondern aus einer inneren Herzenshaltung der Liebe und einer natürlich angeborenen Empathie - jedoch gegenüber jeglichen Gottesglauben absolut gleichgültig waren, dann kann ich mir vorstellen, dass auch sie erstmal im Schoß Abrahams „zwischengeparkt“ werden und sich trotz ihres fehlenden Glaubens nicht so weit von Jesus entfernt haben, um nicht mehr von ihm bekehrt werden zu können. Diejenigen, die dahingegen ebenfalls nicht an Gott glaubten und zusätzlich anderen Menschen Schaden zufügten (durch Dinge wie Gewalt, Mobbing, Intrigen) gelangen in die bereits erwähnte „Vorhölle“.

Wenn es nun zusätzlich dazu auch ein Fegefeuer gibt, dann muss es noch einen dritten Typ von Seelen der nicht-wiedergeborenen Christen geben: Nämlich Seelen, die eigentlich einen noch relativ liebevollen Charakter haben, jedoch in vereinzelten Situationen sich unabhängig von ihrer Nettigkeit eine stärkere Unreinheit eingefangen haben als die Seelen im Schoß Abrahams.

Wie sie sich stärker verunreinigt haben können als die im schoß abrahams, obwohl sie eigentlich genau so nett sind, möchte dies an einem Unzucht-Beispiel näher erläutern: Nehmen wir an, eine Frau wird von ihrem Ehemann geschlagen und lieblos behandelt und lässt sich aus Frust während der Ehe heimlich auf eine Sex-Affaire mit einem Anderen ein. Rein moralisch betrachtet – das heißt allein vor der Frage betrachtet, ob die Frau oder der Ehemann in diesem Fall „netter“ ist – mag die Frau im recht sein bzw „netter“ sein als ihr schlagender Ehemann. Es wäre auch in gewisser Weise verständlich, wenn sie kein großes Sünderbewusstsein haben würde und sich denken würde „Was ich mache ist doch nru ne normale Reaktion auf die Gewalt meines Mannes, so what?“ Und es mag sein, dass die Frau gegenüber allen andere Menschen, mit denen sie zu tun hat, richtig nett und ehrlich ist und sich die Unsitte der Sex-Affaire nur wegen des Umstandes ergeben hat, dass ihr Mann ein absolutes Arschloch ist: Trotzdem wäre ihr Leib allein wegen des Prinzips, dass durch die Ehe bzw. durch den Sex Mann und Frau ein Fleisch werden (und sich durch eine Affaire während der Ehe somit das Fleisch mit mehreren Fleischen durchkreuzt und dadurch „besudelt“ wird), nicht rein genug, um am Tag der Auferstehung in den Leib Christi eingegliedert zu werden und Gott zu verherrlichen (vgl. 1. Kor 6, 15-20).

Genau in diesem Fall wäre meiner Meinung nach ein Fegefeuer der moralisch richtige Mittelweg zwischen dem Schoß Abrahams und der „Vorhölle“: Denn einerseits ist die Frau durch die Unzcuht so verunreinigt, wedass sie nicht in den Schoß Abrahams kann, weil eine Verunreinigung stattgefunden hat, die unabhängig davon ist, dass die Frau eigentlich ganz nett ist durchaus ein Gerechtigkeits-Empfinden hat. Andererseits wäre es aber gerade deswegen, weil sie eigentlich ganz nett ist, nicht gerecht, wenn die Frau in der Vorhölle landen würde. Deswegen bliebe als einzige gerechte Möglichkeit, dass die Frau in einem Fegefeuer reingewaschen/ geläutert wird... geläutert in dem Sinne, dass sie einsieht, dass ihre Unzucht eine Sünde war, die sie zu unrein für den Himmel macht, auch wen der eigentlich schlimere Sünder ihr gewalttätiger Mann war. Dadurch würde sie die Möglichkeit bekommen, doch noch in den Schoß Abrahams und von dort aus ach am Tag des jüngsten Gerechts ins himmelsreich aufsteigen zu können.

Also zsuammenfassend würde sich – jetzt wie bereit serwähnt nur in bezug auf Seelen, die nicht zu wiedergebrorenen Christen gehören - folgende Abgrenzungen und Zuordnungen ergeben:

- Schoß Abrahams: „Nette Seelen“, die sich nicht all zu sehr verunreinigt haben, aber Jesus nicht als Erlöser angenommen haben und die deswegen von Jesus persönlich im Jenseits davon überredet werden müssen, ihn anzunehmen, um die für den Himmel absolute Reinheit zu erlangen.
- Fegefeuer: Eigentlich „nette Seelen“, die aber wegen Unvorsichtigkeit, Überreaktionen ihrerseits aufgrund besonders schlimmer Ereignisse in ihrem Leben oder wegen fehlendem Einschätzungsvermögens (weil sie die Prinzipien Gottes nicht kennen) sich selbst oder ihren eigentlich zu verherrlichenden Leib stärker verunreinigt haben.
- Vorhölle: Seelen, die vom Charakter her unrein sind aufgrund von purem Egoismus und sich dadurch in eine solch weite Gottesferne begeben haben, dass Gott nicht mehr auf sie zugehen kann und sie dementsprechend auch nicht mehr läuterbar sind.

So, genug des kleinen „Inputs“ :-D . Wie seht ihr die abgrenzenden Zuteilungen von Seelen zwischen dem Schoß Abrahams, dem Fegefeuer und der Vorhölle?